Autofahrer ärgern sich Ölpreis stürzt gewaltig, Sprit bleibt aber teuer !

Vor Kurzem hatte es noch so ausgesehen, als würde der Preis für Erdöl und damit auch für Treibstoffe weiter steigen. Infolge unvorhersehbarer politischer Entscheidungen ist allerdings das Gegenteil der Fall: Der Ölpreis ist abgestürzt, beim Verbraucher kommt das jedoch nicht an – denn die Spritpreise bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau.

„Der Eindruck der Autofahrer, dass steigende Ölpreise rasch weitergegeben werden und sinkende Preise nur langsam, ist korrekt“, so ÖAMTC-Experte Martin Grasslober. Der Automobilclub fordert daher eine Änderung dieser Praxis, wie immer wieder betont wird. Denn trotz des Überangebots an Rohöl ist Superbenzin seit Montag vergangener Woche um rund einen Cent je Liter billiger geworden und Diesel sogar nur um 0,6 Cent je Liter, wie der „Kurier“ berichtet.

Mehrere Probleme bei der Versorgung
Beim Fachverband der Mineralölindustrie sieht man das naturgemäß anders: Mehrere Probleme seien zuletzt zusammengekommen, hieß es dort. Einerseits waren dies die Trockenheit im Sommer und die daraus resultierenden niedrigen Pegelstände am Rhein und auf der Donau. Dazu kam im September ein Brand in der bayrischen Raffinerie Vohburg, der die für die Versorgung Österreichs wichtige Anlage lahmlegte. Also müssen die Treibstoffe von weiter weg nach Österreich transportiert werden.

Allerdings können die dadurch erforderlichen zusätzlichen Transportkapazitäten nicht vollständig durch die Eisenbahn erfüllt werden, weil es einen Lokführermangel bei allen Eisenbahn-Verkehrsunternehmen gebe, hieß es seitens des Fachverbands der Mineralölindustrie. Hinzu komme eine generell hohe Nachfrage nach Diesel durch die gute Wirtschaftslage. Wann sich eine Entspannung der Situation abzeichnet, sei schwer abzuschätzen.

Günstiger Sprit im EU-Vergleich
Österreich hat im EU-Vergleich allerdings eher günstige Spritpreise: Nur in Polen, Luxemburg, Tschechien, Spanien und Slowenien müssen Autofahrer noch weniger berappen, nachdem sie den Tank frisch aufgefüllt haben. Zudem ist die Lage hierzulande nicht mit jener in Deutschland oder Frankreich zu vergleichen, wo gegen steigende Spritpreise protestiert wird. „Und eine Erhöhung der Mineralölsteuer ist bei uns – anders als in Frankreich – kein Thema“, so Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbandes Mineralölindustrie.

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