Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius dürfte wütend wie Rumpelstilzchen sein Bei AfD-Parteitag in Oldenburg: Polizisten entrollen Deutschlandfahne

Von REALSATIRE | Polizisten entrollen am Rande des niedersächsischen AfD-Parteitages in Oldenburg die Deutschlandfahne und Niedersachsenfahne. Delegierte jubeln und singen die Nationalhymne. In Hannover lässt Innenminister Boris Pistorius (SPD) die Oldenburger Polizei in den sozialen Netzwerken vergeblich gegen an posten, vermutlich wütend wie Rumpelstilzchen.

AfD-Bundestagsabgeordneter Armin Paul Hampel hatte am Samstag den Deutschlandfahnenakt bemerkt und schickte die frohe Botschaft mit Fotobeweis in alle Welt, auch an den Innenminister. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer und wurde freudig kommentiert.

Was die AfD-Delegierten zu Recht als Ausdruck der Sympathie interpretieren mussten, will die Polizeiführung offiziell aber so nicht gemeint haben. In einer ebenso hektisch wie peinlich formulierten Stellungnahme auf Facebook wurde wie folgt argumentiert: Es handele sich um die Verabschiedung eines langjährigen Einsatzbeamten nach dessen letztem Einsatz. Dabei sei „die Deutschlandflagge und Niedersachsenflagge im Hintergrund“ gezeigt worden.

Davon abgesehen, dass die Oldenburger Facebook-Polizei die korrekte Verwendung der Begriffe von Fahne und Flagge verwechselte, blieb sie auch wichtige Antworten schuldig. Zum Beispiel, ob solche Verabschiedungen neuerdings oder für gewöhnlich im Rahmen von Demonstrationen „im Hintergrund“ durchgeführt werden und ob es üblich ist, hierzu Fahnen als Zeichen der Gemeinschaft zu entrollen. Stattdessen wurde im höheren Beamtenstil weiter geschwurbelt, dass es eine Freude ist:

Die Beamtinnen und Beamten wähnten sich angesichts der Örtlichkeit am äußersten Rand ihres Einsatzraumes und der abschirmenden Umstellung durch Einsatzfahrzeuge unbeobachtet von der Öffentlichkeit und außerhalb des Blickfeldes der Veranstaltung.

Und die AfD-Delegierten werden in die Nähe von Tätern gestellt:

Tatsächlich gelang es einigen Parteitagsbesuchern Fenster des Saales zu öffnen und aus diesen heraus einen Teil der Szene zu fotografieren. Erst als einige Personen aus dem Fenster Beifall klatschten und begannen, die Nationalhymne zu singen, wurde dies von den Beamtinnen und Beamten bemerkt, die Verabschiedung abgebrochen und die Fahnen umgehend eingerollt.

Um dann zu drohen:

Die Veröffentlichung der Bilder ist ausdrücklich nicht autorisiert! Die Umdeutung und Darstellung zu Propagandazwecken ist in hohem Maße unfair und diskreditierend, sie ist für die abgebildeten Einsatzbeamtinnen und Beamten schlichtweg schwer erträglich. Wir verurteilen dieses Vorgehen daher auf das Schärfste.

Geradezu rührend ist die Schlusspassage:

Die Beamtinnen und Beamten hatten zuvor 12 Stunden lang unter teilweise sehr ungemütlichen Wetterbedingungen mit absoluter Neutralität, Ruhe und unter der gebotenen größtmöglichen Zurückhaltung ihren Dienst verrichtet. Das verdient Respekt und keine Verhöhnung durch eine derart unzulässige Verzerrung des tatsächlich Geschehenen durch einzelne Mitglieder der AfD. *stk

Der Post über den „Fahnenakt“ wurde allein bei Hampel 3.240mal geteilt und über 1900mal geliked. Die Schwarmintelligenz der Pro-Kommentatoren erfasste instinktsicher, dass das „Flagge zeigen“ einer Polizeieinheit im Rahmen eines AfD-Parteitages nicht der politischen Unbedarftheit einiger Beamter geschuldet sein kann, sondern eher clever und unangreifbar gemacht war. Das hektische und peinliche Reagieren der Pistorius-gesteuerten Polizeiführung dazu spricht Bände.

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