Jeremy, drei Jahre alt, obdachlos in Berlin! Berlin: Hauptstadtpolitik plant 24 „modulare Unterkünfte für Flüchtlinge“ für jeweils 450 Asylanten

Berlin. Steigende Mieten vertreiben immer mehr Menschen aus ihren Wohnungen. Auch Familien sind betroffen. In Berlin hat die bundesweit erste Notunterkunft ausschließlich für Mütter und Väter mit Kindern aufgemacht.

Eine schwarze Reisetasche, vollgestopft mit Klamotten, dazu zwei Plastiktüten – das ist alles, was die Familie dabeihat, als sie an einem Freitag im Frühsommer in der Wrangelstraße 12 in Berlin-Kreuzberg ankommt.

“Von den Sachen aus unserer 50-Quadratmeter-Wohnung ist der Großteil im Müll gelandet”, sagt Sabrina. Sie ist 22 Jahre alt und trägt Blümchenballerinas zur weißen Hose. Sie will nicht aussehen wie eine Obdachlose, aber sie ist eine. “Nur die Waschmaschine und den Fernseher konnten wir bei meinem Vater einlagern.” Seit einer Woche leben Sabrina und Heiko mit ihrem dreijährigen Sohn Jeremy auf knapp 20 Quadratmetern in der Berliner Notübernachtungsstelle für Familien. Das Zimmer ist schlicht, hell und sauber. Auf dem Boden liegt PVC, an der rechten Wand steht ein Etagenbett, an der linken ein Einzelbett, ein Schrank, ein Tisch mit vier roten Stühlen – das war’s.

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Das Millionengeschäft mit den Flüchtlingen

Pensionen und Hotels vermieten Unterkünfte an Asylsuchende zu überhöhten Preisen – und Berlins Bezirke zahlen.
Berlin.  Zwei Jahre nach der großen Flüchtlingskrise genießen Tausende Zuwanderer inzwischen Bleiberecht. Damit haben Bezirke und Jobcenter die Aufgabe, sie unterzubringen. In ihrer Not nehmen die Sozialämter, was sie kriegen können. In der Folge hat sich in Berlin ein florierender grauer Markt von Pensionen, Hostels und anderen Heimen entwickelt, in die Menschen zu Tagessätzen von 25 bis 30 Euro zum Teil über Monate hinweg leben. Einzelne Bezirke bringen mehr als die Hälfte ihrer Wohnungssuchenden in Unterkünften unter, die nicht durch das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) oder die Unterbringungsleitstelle überwacht werden. „In den Bezirken herrscht Anarchie“, sagt Georg Classen vom Flüchtlingsrat.
Inzwischen sind nach Angaben der Senatsverwaltung für Soziales 34.000 „statusgewandelte“ Flüchtlinge aus der Zuständigkeit des LAF zu Bezirken und Jobcentern übergewechselt. Niemand hat einen Überblick über die oft kleinteiligen Wohnungsangebote. Kleine Zimmer bringen den Vermietern dann schon mal 3000 Euro im Monat oder mehr. Mittes Bürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) klagt: „Wir zahlen weiter unmögliche Preise für unmögliche Unterkünfte.“

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Berlin: Hauptstadtpolitik plant 24 „modulare Unterkünfte für Flüchtlinge“ für jeweils 450 Asylanten

Berlin. Die Bundeshauptstadt erhält noch mehr Plattenbauten. Diese haben allerdings einen besonderen Zweck: 24 sogenannte „modulare Unterkünfte für Flüchtlinge“ (MUFs) sollen erbaut werden. Jede dieser MUFs bietet Platz für 450 Asylbewerber, jeder Bezirk kann entscheiden, ob er zwei große oder vier kleine Standorte bauen möchte. Der aus 750 Fertigteil-Wänden zusammengebaute Komplex bietet neben den Wohnungen für die Asylbewerber auch ein flaches Eingangsgebäude für Pförtner, Sozialarbeiter, Waschmaschinen.

Im Berliner Bezirk Marzahn könnte die erste Siedlung dieser Art in zehn Monaten aufgestellt werden. Die Politik kündigt an, daß die MUFs nach der Benutzung durch Asylbewerber auch dem regulären Wohnungsmarkt überlassen werden könnten. (tw)

Bildquelle: Flickr/Metropolico.org/CC-BY-SA-2.0

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