Pkw-Anschlag Täter von London suchte stundenlang nach Opfern

Nach dem Pkw-Anschlag von London, bei dem Dienstagfrüh mindestens 15 Menschen verletzt wurden, kommen immer mehr Details zum mutmaßlichen Täter an die Öffentlichkeit. Der 29-jährige Brite sudanesischer Abstammung soll demnach vor der Tat stundenlang auf der Suche nach möglichst großen Passantengruppen gewesen sein, in die er mit seinem Auto rasen konnte.

Wie die britische „Daily Mail“ berichtet, soll Salih Khater am Montagabend aus von seiner Wohnung in Birmingham ins rund 200 Kilometer entfernte London aufgebrochen sein. Kurz nach Mitternacht erreichte er die britische Hauptstadt. Anschließend soll Khater die ganze Nacht bzw. die frühen Morgenstunden damit verbracht haben, an bei Touristen besonders beliebten Hotspots wie der Tottenham Court Road, Whitehall und Westminster herumzufahren, ehe er schließlich gegen 7.37 Uhr Ortszeit vor dem Parlament in einer Kurve das Steuer verriss und laut britischen Medien mindestens 15 Personen verletzte, davon drei bislang bestätigt.

Im Londoner Stadtteil Westminster war am 22. März des Vorjahres bereits absichtlich ein Attentäter in eine Gruppe von Fußgängern gerast und hatte anschließend einen Polizisten vor dem Parlament erstochen. Von den Opfern auf der Westminster-Brücke starben vier an ihren Verletzungen. Ermittler gehen daher davon aus, dass auch Khater nach großen Touristenmengen „gejagt“ haben könnte.

Computer in Internetcafé beschlagnahmt
Der Terrorverdächtige soll noch bis vor vier Monaten alleine in einer heruntergekommenen Wohnung oberhalb eines Internetcafés in Birmingham gelebt haben. Dort will ihn ein Mitarbeiter laut „Daily Mail“ am Tag bevor seiner Tat noch einmal gesehen haben. Beamte beschlagnahmten den Computer, an dem Khater saß. Sie erhoffen sich weitere Hinweise darauf, ob Khater – wie bislang angenommen – tatsächlich ein „einsamer Wolf“ ist oder nicht doch Komplizen hatte, die ihn bei der Planung seiner Tat unterstützten.

Nach Angaben von Freunden soll Khater vor etwa fünf Jahren von Nordostafrika nach Großbritannien gekommen sein. Zuvor habe er Elektrotechnik studiert. Er höre westliche Musik etwa von Popsängerin Celine Dion und dem Rapper Eminem, aber auch Lieder aus seiner Heimat.

Tatfahrzeug in Nottingham registriert
Die Polizei nahm am Dienstagabend neben zwei Hausdurchsuchungen in Birmingham auch eine in Nottingham vor, wo das Tatfahrzeug registriert war. Der silberne Ford Fiesta, der laut Polizei „absichtlich“ als Waffe benutzt wurde, wurde Berichten zufolge im vergangenen Herbst von Versicherungen abgeschrieben und hatte wegen Problemen mit den Scheinwerfern, der Handbremse und dem Lenkgetriebe kein „Pickerl“ erhalten. Das Auto wurde jedoch instandgesetzt und vor acht Wochen wieder verkauft.

krone.at