Broders Spiegel: Familienzusammenführung – Warum ausgerechnet in Deutschland?

Seit August hat der offizielle Familiennachzug begonnen. Henryk M. Broder hält das alles für einen Witz und fragt: “Warum muss die Familienzusammenführung ausgerechnet in Deutschland stattfinden?”

Seit diesem Monat dürfen ja auch Zuwanderer, die nur einen „subsidiären Schutz“ zuerkannt bekommen haben, theoretisch also mittelfristig wieder heimkehren sollen, ihre Familie nach Deutschland holen können, stellt Henryk M. Broder fest.

Dass dabei die Zahl von exakt 1000 pro Monat festgelegt ist, findet er eine „irrsinnige Vorstellung“, denn was passiere wohl beim Fall 1001? Wird dann der zuständige Beamte konsequent „nein“ sagen?

Broder: „Auf solche Ideen kann auch nur kommen, wer vergessen hat, dass Zuwandererfamilien, die auf verschiedene sichere Länder verteilt leben, auch außerhalb von Deutschland wieder zusammenkommen könnten. Man kann das ja fördern, aber es ist doch sinnvoll, wenn sich der meist kleinere Teil der Familie, der hier lebt, zum größeren Teil der Familie begibt, als umgekehrt.

Zudem sollte man für solche Familien doch einen Fluchtpunkt finden, von dem aus die spätere Heimkehr leichter ist. Aber nein, immer muss es Deutschland sein, dieses kalte, abweisende und von Rassisten bevölkerte Land…“